Maraba.de - Nachhaltig leben

Lustig finde ich ja, dass beim Elektroauto alle plötzlich zu Umwelt- und Menschenrechtsexperten werden, und jede Schraube auf ihre Umweltbilanz umdrehen wollen. Beim Verbrenner hat das bisher nie jemand getan. Wieso also plötzlich beim Elektroauto? Was die seltenen Erden angeht: Alles was im Akku ist, ist nicht selten, Lithium ist nicht selten, Kobalt ist nicht selten, alles andere auch nicht. Es muss nur mehr gefördert werden, die Reserven sind da und leicht erschliessbar. Alleine Deutschland hat schon Reserven für 10 Millionen E-Autos. Das Lithium reicht aber für ALLE Autos weltweit für die nächsten Generationen. Und da ist das Recycling noch nicht mit eingerechnet. Kobalt ist nur noch wenig im Akku und bald gar nicht mehr, denn es ist zu teuer. Sehen wir uns mal an, wo Lithium überall verwendet wird: Primavera in Chile beispielsweise fördern Erdöl - und Erdgas... Die verbrauchen dafür jede Menge Wasser und vor allem Lithium! Lithium ist als Additiv in Treibstoffen und Heizstoffen, sowie Gasen. Ebenso in synthetischen- sowie Mineralölen und in Schmierstoffen! In Alu und Stahlschmelzen wird Lithium verwendet, in der Keramik und Glasindustrie und in der Medizin! Bei der Veredelung und Reinigung von Bunt- und Stahlblechen oder in der Lebensmittelindustrie zum reinigen von Edelstahl! Ja, der Lithiumabbau greift in die Natur ein, wie es der Abbau von Erzen immer tut, allerdings viel weniger als die Ölförderung. Blöderweise vergisst man immer zu erwähnen dass nur 1/3 des geförderten Lithiums für Autoakkus verwendet wird und Lithium in allen möglichen Dingen drinnen ist, in Glas (Ceranfelder, Autoscheiben), Keramik, sogar als Additiv im Benzin und dass in einem 600 kg Akku nur 10 kg Lithium enthalten sind. Genauso das Kobalt. Kobalt ist zu 2/3 nicht in Akkus und 92% gar nicht in Autoakkus, sondern in Handy- und Laptopakkus und gehärteten Stählen, beispielsweise im Verbrennungsmotor (Kurbelwelle, Nockenwelle etc.) und wird dazu benutzt in der Raffinerie das Benzin zu entschwefeln (Hydrosulfierung). 90% des Kobalts wird auch nicht von Kindern abgebaut, sondern von großen Bergbauunternehmen. Abgesehen davon dass es im Kongo schon immer Kinderarbeit gab. Ja, das ist etwas, was wir ändern müssen. Achso ja und die Akkus werden schon zu 90-96% recycelt.
Dagegen ist die Ölförderung die reinste Umweltvergiftung. Jeden Tag verbraucht die Menschheit 100.000.000 (100 Millionen) Fässer Öl (zu 159 Litern) pro Tag. Davon wird ca. 50% für Treibstoff verwendet. Das Öl muss dazu erst gefördert werden und verdreckt dabei täglich 40 Milliarden Liter Wasser. Die Realität ist, dass Erdöl vor allem von den USA und NATO mit Rohstoffkriegen besorgt werden. Dafür verbraucht alleine das US Militär ca 500'000 Fässer (zu 159 Liter) Erdöl PRO TAG! Die 10 Flugzeugträger, zehntausende gepanzerten Fahrzeuge, tausenden Kampfflugzeuge, tausenden Helikopter, hunderten Kriegs- und Versorgungsschiffe funktionieren schliesslich nicht mit Luft und Liebe. Und die 1,5 Millionen US Soldaten müsste man wohl auch in die Benzin/Diesel CO2 Thematik miteinrechnen.
Da hört es aber noch gar nicht auf. Zuerst müssen die Erdölvorkommen aufwendig gesucht werden, dann EXTREM aufwendig und auch energieintensiv gefördert werden, die ganzen Pumpen und Pipelines müssen auch erst gebaut und vor Ort installiert werden (die Metalle und Geräte hierzu wachsen natürlich nicht vor Ort sondern müssen auch aus über (mehreren) tausend Kilometer angeliefert werden.
Aber auch wenn das Erdöl endlich aus dem Boden gepumpt werden kann und dabei nicht gleich eine Umweltkatastrophe ausgelöst wird, muss das Rohöl zur Raffinerie transportiert werden. Mit Schiffen, Tanklastwagen, Zügen oder Pipelines. Auch die mussten energieintensiv gebaut und betrieben werden. Aber ich vergaß, auf jedem Ölfeld brennen Fackeln. Auf Förderplattformen im Meer auch. Hier wird Erdgas abgefackelt, das als Nebenprodukt bei der Ölförderung ans Tageslicht gelangt. Man könnte es in Drucktanks füllen, verflüssigen oder Pipelines bauen, damit es dort genutzt werden kann, wo es gebraucht wird. Ist aber total unwirtschaftlich. Also wird es verbrannt. Pro Jahr sind es 150 Milliarden Kubikmeter...
Das meiste Erdöl für die Europäer wird wohl nach Rotterdam geliefert. Die Schiffsreise aus Kuwait beträgt ca 32 Tage. Die riesigen Tankschiffe produzieren nicht nur regelmässig riesige Umweltkatastrophen, sondern verbrennen auch das enorm giftige und dreckige Schweröl ohne Katalysatoren. Und angeblich stossen alleine die grössten 15 Schiffe mehr Schwefeloxide aus, als alle PKWs weltweit. Das sollte bei der Diesel/Benzinautodiskussion also miteingerechnet werden. Die Raffinierung von Benzin und Diesel benötigt auch wieder ENORME Energiemengen. Wikipedia: "Erdölraffinerien gelten als energieintensive Betriebe und verschmutzenzudem Luft und Grundwasser. Der hohe (bis zu 50 % der Kosten) notwendige Energieeinsatz für die Produktion wird dabei zum Teil aus den primären Energieträgern selbst gewonnen, als auch als elektrische und thermische Energie zugeführt." Aber du ahnst es schon: Der Weg ist auch bei der Raffinerie nicht fertig. Es geht wieder über LKW, Schiffe, Züge, Pipelines, etc. in die verschiedenen Länder und Tankstellenfirmen, um dann wieder mit Tank-LKW's zur Feinverteilung an die Tankstellen geliefert zu werden. Und ja, auch die Tankstellen mussten gebaut, betrieben und pausenlos mit Strom versorgt werden. Und die Autos müssen zur Tankstelle gefahren werden, um zu tanken, was die nutzbare Energiebilanz auch verschlechtert. Zuhause angekommen ist der Tank schon nicht mehr ganz voll.
Wie sieht das bei Tesla aus? Natürlich müssen die Rohstoffe für die Akkuherstellung (Nickel, Kobalt, Lithium, Stahl, Aluminium, etc.) gefördert werden. Tesla arbeitet jedoch glücklicherweise auch schon mit sehr viel grüner Energie. Aber auch der Stahl, Aluminium, Kunststoff, Holz, Leder, etc der Benzin/Dieselautos, wächst nicht auf Bäumen und vor allem nicht in Deutschland. Hier ein paar Berichte über die Ölförderung/Benzinherstellung: https://www.youtube.com/watch?v=vhHCvc1y_Kw&feature=youtu.be&fbclid=IwAR06L1OJ2ohBgDDtv7zhhMxvOqrjdro7nfC2kyl7LFdFf_Qd2md2juKcUN0
oder hier https://www.youtube.com/watch?v=4Yi-rXY1vNo&fbclid=IwAR09oyj4yoDAwV3-C2rdI913HYbrTQn7YiECqpqvCXizsr7v0Kdv2UyXq3k
oder hier https://www.energiezukunft.eu/umweltschutz/die-unbekannte-oelkatastrophe-im-golf-von-mexiko/
oder hier https://www.greenpeace.de/teersand-kanada
https://www.heute.at/welt/news/story/9-Jahre-nach-Deepwater-Horizon---Massensterben-55145215?fbclid=IwAR3xaTxhIOxH7pben9o7BuTOPmtYBEvnce2y3eay02CGMwI-qcBxKWbkxfk
https://www.improvemag.ch/change/oel-golf-von-mexiko/2071/?fbclid=IwAR2DOmn5nasZit6qVaAMfmPVajIAzFv23MZ5eXu6NVs41HlKkqlZ9_9AIL4
oder hier https://www.spektrum.de/news/oel-im-paradies/1628390?utm_medium=newsletter&utm_source=sdw-nl&utm_campaign=sdw-nl-daily&utm_content=heute&fbclid=IwAR2RjepGf7BXUgAJ_YrS3QolYIH0yjdjIKSwGbIdlZ5UWsGSoDAkN4Hj6GY


Lithium:
In der Atacamawüste, wo nur 36% des weltweiten Lithiums herkommen wird Salzwasser verdunstet. Früher wurde das für Kaliumchlorid gemacht, jetzt auch für Lithium. Das meiste Lithium kommt aus Australien aus dem Bergbau. Und 70% des Lithiums ist gar nicht in Autoakkus. Es wird für alles mögliche verwendet. Glas, Keramik, Medikamente etc. Der Rückgang des Grundwassers am Atacamasee und anderen Salzseen der Region erfolgte schon in den 1960er Jahren. Die damalige Ursache wurde mit Buntmetallabbau (v.a. Kupfer) mit dessen Wasserverbrauch und der Quecksilberbeimengung in dieser Gegend klar festgestellt. Der Buntmetallabbau vorwiegend für die metallverarbeitende Industrie, sprich Verbrennermotoren wurde zwischenzeitlich ausgebaut. Das Grundwasser sank entsprechend dem Ausbau dieser Industrie. Ein Einfluß der Entnahme von Lithium ist nicht nachgewiesen worden. Dadurch dass weniger konzentriertes Brauchwasser wieder zurückgepumpt wird, erhöht sich das Trinkwasserreservoir. Die zur schnelleren Lösung von Lithium verwendeten Eisensalze sind nicht giftig und werden rückgewonnen, ganz im Gegensatz zum Quecksilber der Buntmetallgewinnung in der gleichen Gegend. Chile hat das Problem jedoch erkannt und baut nun Pipelines um Meerwasser dorthin zu transportieren, damit die Kupferförderung sauberer wird.
https://im-mining.com/2018/04/07/bhp-opens-escondida-water-supply-largest-desalination-plant-latin-america/
https://www.reuters.com/article/us-chile-lithium-analysis/chile-once-the-worlds-lithium-leader-loses-ground-to-rivals-idUSKCN1T00DM
https://www.reuters.com/article/us-chile-lithium-water-exclusive/exclusive-chile-says-to-clamp-down-on-water-rights-in-lithium-rich-salar-de-atacama-idUSKCN1L827G
https://eandt.theiet.org/content/articles/2019/08/lithium-firms-are-depleting-vital-water-supplies-in-chile-according-to-et-analysis/
https://www.forbes.com/sites/marekkubik/2019/09/24/this-breakthrough-lithium-extraction-technology-could-accelerate-the-sustainable-energy-transition/#2b121cbd75fc
https://edison.media/erklaeren/lithium-aus-lateinamerika-umweltfreundlicher-als-gedacht/24022826.html
https://www.youtube.com/watch?v=Qm15qlkLHiU
Überleg mal, es geht immer nur um das kleinere Übel. Die Ölförderung vergiftet TÄGLICH 40 Milliarden Liter Wasser!!! In Kanada wird gerade eine Fläche in der grösse Englands vernichtet und das Wasser mit zahlreichen Fracking-Chemikalien vergiftet. Nigeria ist ein einziger giftiger Dreckpfuhl. In Ecuador ist das Wasser in vielen Gebieten nicht mehr trinkbar, genauso im Golf von Mexiko, wo täglich seit 14 Jahren etliche Ölbohrplattformen auslaufen. Oder in Sibirien, Alaska. Die vielen Tankerunglücke, Kriege etc. habe ich noch nicht einmal aufgezählt. Dann machen wir aus der Brühe Benzin und stinken damit unsere Mitmenschen voll. 20-30.000 Liter und mehr pro Autoleben... Das soll harmloser sein als 3-10 kg Lithium in einen Akku zu packen, der dann 15-20 Jahre verwendet wird (erst im Auto, danach als stationärer Speicher) und dann schon zu 96% recycelt wird (Fa. Duesenfeld)? Ernsthaft???


Die Lithium Fördermenge (2019) teilen sich gerade wie folgt auf: Australien 56,8%, Chile 24,3%, China 10,1% und Argentinien 8,6%.
Wie man sieht kommt gerade mal 1/3 des Lithium aus Südamerika.
Die Verteilung der Verwendung von Lithium (2015): 35% Akkus, 32% Glas und Keramik, 9% Schmiermittel, 5% Klimaanlage, 5% Strangguss, 4% Kunststoffe, 1% Aluminium, 9% Sonstige.
Der anwendungszweck der Akkus verteilte sich 2019 weltweit ca. 1/3 tragbar (z.b. Smartphone, tablet, laptop) und 2/3 mobil (PKW, nfz und ebikes).

1. es handelt sich um eine Salzwüste (Atacama-Wüste) und nur 33% des weltweiten Lithiums kommt von dort. Das meiste Lithium kommt aus Australien, wo es im Bergbau gewonnen wird.
2. es ist kein Trinkwasser, was dort verdunstet, sondern eine Salzlake.
3. das Wasser verdunstet und wird nicht verschmutzt. Das regnet wieder runter.
4. Hauptsächlich wird Salz gewonnen, das Lithium ist als Lithiumcarbonat ein Nebenprodukt.
5. das Fördern von Salz wird dort schon seit vielen Jahrzehnten betrieben.
6. das gewonnene Lithium wird nur zu einem kleinen Teil für Akkus von Elektroautos verwendet (derzeit ca. 5% vom Gesamtvolumen)
7. das Lithium landet zum größten Teil in der Glas-und Keramikferigung, der Medizin oder als Additiv im Kraftstoff, zu einem weiteren Teil in den Akkus von Smartphones, Tablets, Laptops und anderen Geräten.
8. der Abbau von Lithium ist ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft in Chile.
9. das Lithium kann recycelt werden
10. auch in ihrem Verbrenner steckt Lithium.
11. Seit den 60er Jahren verschwindet in der Atacama-Wüste das Grundwasser. Grund ist die dortige Kupferförderung. Seit neuestem wird deswegen dort per Pipeline Meerwasser zu den Bergwerken gepumpt, weil man sich des Problems bewusst ist.
12. In der selben Gegend werden ganze Flüsse für den Avocadoanbau umgeleitet. Diese brauchen irrsinnige Mengen an Wasser.
13. Aber natürlich wird nur der Lithiumabbau für alles Elend dort verantwortlich gemacht.
Text von C. Lück, von mir ergänzt


Kobalt:


Kobalt:
Kinderarbeit gab es im Kongo, dem Hauptabbauland von Kobalt, leider schon immer. Und es hat noch nie interessiert. Und wird es auch noch geben, wenn kein Kobalt mehr in den Akkus ist, was schon sehr bald sein wird. Denn diese Kinder werden verhungern, wenn sie nicht weiter arbeiten (illegal übrigens). DAS ist der wahre Skandal. 90% des Kobalts wird aber nicht von Privatpersonen geschürft sondern ist ein Nebenprodukt beim Kupfer- und Nickelabbau. Das wird von grossen Minengesellschaften abgebaut. 92% des Kobalts ist auch nicht in E-Auto Akkus sondern in Handyakkus, Laptopakkus etc. und 2/3 des Kobalts sind in gehärteten Stählen (Kurbelwelle, Nockenwelle etc.) im Verbrenner oder im Werkzeugkasten. Und in der Ölraffinerie wird es auch dazu genutzt, Benzin zu entschwefeln (Hydrosulfierung durch Kobalt-Mobyldän Katalysatoren). Zudem wird das Kobalt aus dem Akku vollständig recycelt. Z.B. bei Fa. Duesenfeld. Und was ist übrigens mit den Bananen, Tee, Kaffee, Kakao, Kleidung, Make-up etc. Da interessiert Kinderarbeit wohl auch nicht. Bitte das Wort "Heuchelei" googeln. Tesla bezieht sein Kobalt übrigens aus Kanada und BMW nun aus Marokko und auch VW wird nur noch zertifiziertes Kobalt kaufen.

Und auch schön komplett das Leid ausblenden, welches die menschenunwürdige Platinförderung im gleichen Maße in z.B. Südafrika anrichtet und genauso die mega-dreckige Ölförderung, die viele Gebiete verwüstet und das Trinkwasser vergiftet. Wieviele Kinder sterben dadurch? Täglich werden 40 Milliarden Liter Wasser durch die Ölförderung verseucht.

Think about!

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