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The empire strikes back!


Jetzt ist er da, der Gegenschlag der fossilen Lobby! Waren doch die letzten Studien zur Ökobilanz des Elektroautos unerträglich positiv ausgefallen. Lange hat es gedauert, zwischenzeitlich musst man sogar noch eine weitere Niederlage einstecken. So wurde doch das vom IWF Kiel veröffentlichte "Policy Paper" aufgrund seiner absurden Behauptung, Elektroautos führen mit 100% Kohlestrom, schon nach wenigen Tagen in der Luft zerrissen und auch die Stimmen gegen Snyfuels und Wasserstoff im PKW waren in der Zwischenzeit immer lauter geworden. Etwas neues musste also her. Auch diesmal an vorderster imperialer Front natürlich die Vasallenarmeen der Meinungsverdrehenden und an Fakten sparenden Springer-Burda-Medien (Welt/Bild/Focus/Efahrer). Leider hat inzwischen auch das seriösere Handelsblatt diese Meldung unkritisch übernommen.
Die neue Geheimwaffe, welche in dieser Schlacht zum Einsatz kommen soll, ist die neue Studie zur Gesamt-Klimabilanz des Elektroautos, welche vom VDI (Verein deutscher Ingineure) erstellt wurde und ca. 30 Seiten umfasst. Dem Focus Bericht zu dieser Studie und den von Focus und VDI vorgebrachten Meinungen und Argumenten möchte ich mich hier explizit widmen.


Zunächst einmal: Wer ist der VDI und wer hat an dieser, laut Focus "zu diesem Thema deutlich umfassenderen Studie als die meisten" Studie teilgenommen. Anscheinend sind laut Focus beim VDI "sowohl Elektro-Experten als auch klassische Antriebs-Experten vertreten". Wenn man sich dieses Papier allerdings genau ansieht, fragt man sich doch: Wo zur Hölle waren diese "Elektro-Experten"? Wurden die während der Arbeit an der Studie in den Keller gesperrt?


Interessant ist, zu erfahren wer die Studie für das VDI geschrieben hat. Das Handelsblatt dazu: 


"Autoren der Studie sind Ingenieure des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Das KIT ist eine Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft. Das Institut gehört zu den weltweit renommierten Forschungseinrichtungen, insbesondere in ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtungen."


Dazu Jan H. vom Graslutscher-Blog (https://graslutscher.de) "Ja, alles richtig, beim KIT arbeiten sehr kompetente Leute. Für diese Einschätzung wäre innerhalb des KIT wohl besonders das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) geeignet gewesen. Gefragt wurde aber das IFKM, das Institut für Kolbenmaschinen. Und das Institut für Kolbenmaschinen hat mal eben so ausgerechnet, dass Kolbenmaschinen eine tolle Sache sind. Yeah, so gewinnt man die Bevölkerung für wissenschaftliche Arbeitsweise. Not."


Kommen wir aber zu den Kernaussagen. Diese sind laut Focus: "Alle Fahrzeugantriebe haben das Potenzial, deutlich zur CO2-Reduktion im Verkehrssektor beizutragen. Ein Miteinander aller Technologien ist die einzige Chance, die CO2-Ziele für 2030 zu erreichen. Die Studie zeigt, dass keine Technologie einer anderen überlegen ist."
Und
"Die Batteriezellenfertigung muss von China nach Europa verlagert werden. Den positiven Einfluss auf die CO2-Emissionen zeigt die Studie deutlich auf. Die Begründung ist Nutzung von Kohleenergie in China". China nutzt immer noch ca. 69% Kohlestrom in ihrem Strommix, investiert jedoch auch gigantische Summen in die Erneuerbaren und hat dadurch schon innerhalb weniger Jahre ihren Strommix auf 26% Erneuerbare gesteigert.


Untersucht und verglichen wurde vom VDI:

Fahrzeuge der Kompaktklasse (BMW i3 oder den e-Golf), mit Akkugrößen von 48 bis 82 Kilowattstunden. Dies entspricht den aktuell gängigen Akkugrößen für die meisten Elektro-Pkw. Die Laufleistung beträgt realistische 300.000 km, während der Laufleistung werden die Akkus laut der Annahme der Studie nicht getauscht.
Als Vergleich wurden ein Auto mit Dieselmotor und eines mit Brennstoffzelle herangezogen. Hybride Antriebe wurden nicht untersucht.
Der dem Treibhausgas / CO2-Ausstoß zugrundeliegende Strommix beim Tanken entspricht dem in Deutschland.
Ladeverluste wurden nicht mit eingerechnet, da sie sowieso schon Teil der WLTP-Werte sind.

Soweit so gut. Wenn man sich die Studie nun genau ansieht, muss man sich aber doch wundern, denn da wird ein VW Golf Diesel mit 4,5L/100 km als Berechnungsgrundlage angenommen, der laut Spritmonitor durchschnittlich aber 5,7L/100 km verbraucht. Das Elektroauto wird mit 15,8 kWh/100 km berechnet, was für den E-Golf sicher nicht ganz falsch ist, für die vielen kleinen Stadtautos allerdings auch schon zu viel. Diese fahren teilweise mit 10-15kwh/100 km und nur auf den wenigen Autobahnfahrten verbrauchen diese Autos mehr.


Schön an der Studie ist, dass versucht wurde, Herstellung, Nutzung und auch das Recycling zu Untersuchen. Wenn man sich die Ergebnisse ansieht, scheint das aber nicht besonders gelungen zu sein.

Bemängelt wurde bei den Elektroautos den Nachteil des hohen Energie- und Materialaufwands bei der Produktion. Hier ist der Hauptfehler der Studie zu sehen.

Auke Hokestra, Energieexperte der TU Eindhoven kritisierte, dass die VDI Studie falsche Zahlen zum Energieaufwand der Produktion der Akkus liefere. So würde der VDI annehmen, ein 48 kWh Akku verursache 8,9 Tonnen CO2, was 185 kg/kWh (8900kg/48kWh) bedeuten würde.
Wie Herr Hokestra in der Studie der TU Eindhoven zeigt, liegt der Co2 Ausstoss mittlerweile nur noch bei 75 kg/kWh.
Jeder Experte, so Hokestra, würde das inzwischen wissen. So werden aus den 8,9 Tonnen Co2 nur noch 3,6 Tonnen Co2. Oder schlimmstenfalls maximal 4.5 Tonnen Co2.
https://twitter.com/AukeHoekstra/status/1323325638829367300?s=19&fbclid=IwAR2ZjuFL6PqoABGIjzldhZxtU5CW2MaA4SZK3YpAebtK3BbwyR13ORTwdnQ
Link zur Studie der TU Eindhoven
https://www.dropbox.com/s/2gwq0yslascu3xm/deutsch_Studie%20EAuto%20versus%20Verbrenner_CO2.pdf?dl=0


Und eines wollte er auch noch erwähnt haben. Bevor man meint: "Aber die Produktion in China nutzt ja nur Kohle". Das stimmt erstens nicht mehr, China hat inzwichen einen wesentlich grüneren Strommix, aber darum geht es gar nicht. Denn der Punkt ist, inzwischen ist die Produktion der Akkus durch Skaleneffekte wesentlich effizienter geworden. Das sei der Hauptpunkt bei den Co2 Einsparungen in der Akku-Produktion.

Aus diesem Grund ist das Ergebnis der VDI-Studie irrelevant. Denn sie ist basiert grundsätzlich auf falschen bzw. veralteten Annahmen. Diese grundfalschen Daten wurden zuletzt von der sogenannten "Schwedenstudie" genutzt, einer Metastudie, die verschiedene Studien zu diesem Thema untersucht hat, allerdings waren einige dieser Untersuchungen von 2009. Inzwischen hat diese Studie ein Update erhalten, welches dem Elektroauto wesentlich bessere Ergebnisse zugesteht. https://edison.media/erklaeren/elektroauto-akkus-so-entstand-der-mythos-von-17-tonnen-co2/23828936.html

Ich möchte dennoch auf die Ergebnisse eingehen. Denn der Focus schreibt:

"Dem Klima wäre es egal, ob Ihr Auto in der Zukunft nun elektrisch fährt oder mit Benzin - vorausgesetzt, es handelt sich dabei nicht um fossile Kraftstoffe, sondern um Öko-Benzin aus alternativen Quellen."

und

"Wenn man die Lupe auf die verschiedenen Fahrzeugkonzepte legt, fällt auf, dass das Elektroauto durch die Produktion bereits 60 Prozent seines CO2-Rucksacks schultert. Legt man eine jährliche Laufleistung von 12.000 km einen Verbrauch von 15,8 kWh/100 km, eine Batteriekapazität von 48 kWh und den aktuellen Strommix zugrunde, benötigt das Fahrzeug zwölf Jahre, ehe die 100 Prozent Marke erreicht ist (Produktion der Batteriezellen in China und Montage des Autos in Europa)."

und

"Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels, betont die VDI-Studie: In den nächsten Jahren nimmt der durch die Akkus verursachte Produktions-Rucksack ab. Eine Maßnahme, die diese CO2-Bilanz mittelfristig verbessern dürfte, ist die Verbesserung der Batteriezellen. Die Einführung von NMC622-Zellen sowie die Entwicklung an NMC811-Zellen mit deutlich reduziertem Cobalt-Bedarf und bis zu 50 Prozent Verbesserungspotenzial bei der gravimetrischen Energiedichte stellen echte Chancen für die batterieelektrischen Antriebe dar, in der Ökobilanz deutlich besser abzuschneiden."


Kommen wir zum ersten Punkt. "Dem Klima wäre es egal, ob Ihr Auto in der Zukunft nun elektrisch fährt oder mit Benzin - vorausgesetzt, es handelt sich dabei nicht um fossile Kraftstoffe, sondern um Öko-Benzin aus alternativen Quellen." Hoppla, irgendwas war doch da. Ach ja, das "Öko Benzin". Welches wäre das genau? Palmölbenzin, für welches gigantische Regenwälder für Palmölfruchtplantagen gerodet wird und zehntausende Orang-Utans getötet werden und welches über den halben Planeten geschippert wird? Oder doch Rapsöl oder Frittenölsynfuels, welche von der Menge her nicht mal annähernd für die Betankung der PKW in Deutschland ausreichen würden, selbst wenn wir nur noch Rapspflanzen in Deutschland anpflanzen würden? Oder doch die neuen synthetischen Synfuels, welche 7-10x so viel Energie benötigen wie ein elektrischer Antrieb für die selbe Strecke, weil sie erst unglaublich energieaufwändig hergestellt werden müssten? Und welche immer noch nicht sauber wären, sondern nur "ein wenig sauberer" und wo die Autos ja immer noch einen Katalysator benötigen würden, der sich ja bekanntlich mit der Zeit und Hitze auflöst und seine Metalle an die Umwelt abgibt? Zu den gesundheitlichen Auswirkungen vom Auspuffdreck gibt es genügend Informationen. Aber evtl. ist das ja für Flugzeuge oder Schiffe interessant. Zu bedenken wäre aber: Selbst dafür bräuchte man gigantische Mengen an Energie zur Herstellung. Hier wird also der Strommix für Elektroautos kritisiert, aber 7-10x so viel Strom für Synfuels gefordert. Wasserstoff bräuchte übrigens 4x so viel Strom zur Herstellung und pro kg H2 9 Liter Wasser. Genau mein Humor.


Zur Laufleistung: Alle seriösen Studien kommen zu diesem Ergebnis. Ein E-Auto stösst im laufe seines Lebens trotz aufwändiger Akkuherstellung und trotz aktuellem Strommix nur die Hälfte an Co2 aus (Mit Solarstrom geladen sogar bis zu 80% weniger). Wie das sein kann? Den Co2 Ausstoss während der Laufleistung kann man leicht ausrechnen.


Co2 Ausstoss in kg pro Liter (aktuelle, offizielle Zahlen)
Benzin 2,35 kg
Diesel 2,65 kg


Co2-Wert einer Kilowattstunde Strom war im Jahr 2019 bei etwa 400 Gramm.
Hier sind alle Energieerzeuger mit eingerechnet. 46% Ökostrom, 30% Kohlestrom, 14% Atomstrom etc.
jetzt kann man es leicht ausrechnen.

Nehmen wir einen Benziner/Diesel, der 6 Liter/100 km verbraucht, dann haben wir
6 * 2,35 kg * 10 = 141 kg Co2 auf 1000 km
Diesel
6 * 2,65 kg * 10 = 159 kg Co2 auf 1000 km
Elektro mit Graustrom, angenommen das Elektroauto verbraucht 20 kwh/100 km
20 kwh * 400 g = 8kg * 10 = 80 kg Co2 auf 1000 km (viele E-Autos verbrauchen sogar weniger als 20 kwh auf 100 km)
Solar geladen sind es noch weniger.


Aber das Co2 ist ja nicht das alleinige Problem beim Benzin Verbrennen. Im Benzin sind 100 verschiedene Stoffe enthalten, die nicht sehr gesundheitsförderlich sind und wie schon weiter oben erwähnt, auch der Katalysator löst sich mit der Zeit auf und verliert seine Metalle an die Umwelt.


Ein weiteres Problem für den Verbrenner: Die 2,35 sind wahrscheinlich viel zu niedrig angesetzt. Einige Studien sagen, dass die Förderung dreckiger ist. Auch die Methanemmissionen bei der Öl- und Gasförderung werden nicht mit eingerechnet. Ich vermute die VDI Studie hat diese Tatsache nicht berücksichtigt oder auch hier geschönte Zahlen verwendet. 
https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/foerderung-und-transport-von-oel-und-gas-erhoehen-co2-ausstoss-82275472


Autoakkus halten heutzutage 300-400.000 km. Die nächste Akku-Generation wird über 1 Million Kilometer halten. Teslas neue Akkus sogar über 3 Millionen Kilometer. Und das Akku Recycling ist schon bei über 90% (Duesenfeld, Fortum, Li-Cycle).

Zum dritten Punkt: kleinerer Co2 Rucksack durch bessere Akkus. Hierzu wurde oben die heute schon verbesserte Effizienz der Batterieherstellung erwähnt. Scheint, die VDI "Experten" stecken was ihr Wissensstand angeht irgendwo im Jahr 2000 fest. Vielleicht werden diese Leute tatsächlich alle in einem Keller eingesperrt und haben gerade erst das Internet entdeckt.


Hier einige Studien, die zeigen was umweltfreundlicher ist, nämlich das Elektroauto.


Die T&E Studie https://www.electrive.net/2020/04/20/te-studie-e-autos-haben-in-europa-immer-geringeren-co2-ausstoss-als-verbrenner/?fbclid=IwAR1L-sawQoP_17Vv_v9FTvuAUMfjXYuC3HfCQ0Vxe4E6goBU89orDMf0c20
Die BDEW Studie https://ecomento.de/2018/10/22/bdew-elektroautos-mit-fast-60-prozent-weniger-co2-als-benziner-oder-diesel/
Die VUB Studie https://emobicon.de/studie-umweltbilanz-von-elektroautos-ist-durchwegs-besser-als-bei-dieselfahrzeugen/?fbclid=IwAR27sM0U27qikkL5qiLIYRIMOpz9CGKehyA8Q_o95pBqXiLKvU-Py7ThJkQ
Die Studie der TU Eindhoven https://www.tagesschau.de/wirtschaft/elektroautos-119.html?fbclid=IwAR2mKWIAq9XLlbhfRBn0c7omfYK_nJs-_EO7NQwYRFka2QG2mtnGTEAWuvA
Die ICCT Studie https://www.enomo.de/media/pdf/a5/6b/31/ICCT-Studie-electric-vehicle-life-cycle-analysis.pdf?fbclid=IwAR06z3X95dUfghUBHmuQVU5XSTAxNySvkSL10AmR3gwlaQw1kAzmFpIOyNw
Die UCS Studie https://www.ucsusa.org/clean-vehicles/electric-vehicles/life-cycle-ev-emissions#.W2BQdtL-hPY
Die Öko Institut Studie https://ecomento.de/2017/09/13/oeko-institut-umweltbilanz-elektroauto-diesel-2017/
https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/das-grosse-klima-rennen-verbrenner-vs-e-auto/22654282.html
Die Umweltbundesamtstudie https://www.windkraft-journal.de/2016/07/03/umweltbundesamt-vergleich-diesel-benziner-hybrid-oder-elektroauto-was-ist-besser-fuer-die-umwelt/87806
https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Verkehr/emob_klimabilanz_2017_bf.pdf?fbclid=IwAR1a1hNBruF7K088roh83QYBYGc3RlZ9NQUvwVV7jKc4vFuH9Y1g-BuGV8M
Die FfE Studie https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/e-mobilitaet/klimabilanz-von-elektroautos-wie-umweltfreundlich-sind-sie-unterm-strich/?fbclid=IwAR3JRQ3N0QFqPCxAdrtzo0u_Hj5xhFGxJiMrWZ3eGq3AvwPoQpvGFK24pJc
Die MIT Studie http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/tesla-laut-elektroauto-oekobilanz-sauberer-als-ford-fiesta-a-1177177.html
Die Frauenhofer-Studie https://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutliche-Klima-Vorteile-von-Elektroautos-gegenueber-Verbrennern-4341968.html?fbclid=IwAR1veEyEeifABJzqrjMr-TqI8a1-AORzab9MfNXJYIFOM7phWQN0fTfH1dc
Die Agora Energiewende Studie https://industriemagazin.at/a/studie-haelt-elektroautos-fuer-umweltfreundlicher-als-solche-mit-wasserstoff-antrieb
https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz%20von%20E-Fahrzeugen_final.pdf
Die Ifeu Studie https://www.erneuerbar-mobil.de/sites/default/files/publications/grundlagenbericht-umbrela_1.pdf?fbclid=IwAR0BvaNFu_gRmaSf8dZomPhMU9wgZUUaBSu5E7RkrJIWY10g4_hLT7oWP4w
ETH Zürich Studie https://www.psi.ch/ta/PublicationTab/Thesis_Embargo_free_version.pdf?fbclid=IwAR1EyvqoyOP6CegAzytyJ0ZFdEku9_SvC7rE2oax2cB1ubG32WExOkLumik
Die Psi Studie https://auto.oe24.at/thema/Elektroauto-oder-Verbrenner-wer-ist-sauberer/415968854?fbclid=IwAR3FcElIhGoL2lhKaU6r1hHBTAtOFRWFGDwb2oli5MJHu6vGV7DxGOiah10
Die EEA Studie https://www.trendsderzukunft.de/eea-elektroautos-sind-besser-fuer-klima-und-luftqualitaet/
Die BfE Studie https://www.blick.ch/green/ab-50000-kilometer-rechnet-sich-die-batterie-oekologisch-so-nachhaltig-sind-elektroautos-wirklich-id15368076.html
Die BCG Studie https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/boston-consulting-studie-experten-rechnen-vor-e-autos-ueberholen-verbrenner-2030/25433984.html?fbclid=IwAR27guTKaZKwUO-aqTYuTG0hOTjKQdFKeeWHHYHSam7glzHlzsI6Gb2OzqQ
Die IVL Studie 2019 https://www.trendsderzukunft.de/studie-zeigt-elektroautos-sind-deutlich-klimafreundlicher-als-noch-vor-zwei-jahren/
Die gemeinsame Studie der Universitäten von Exeter, Nijmegen und Cambridge https://www.oekonews.at/?mdoc_id=1159569&fbclid=IwAR2pp4s9CtqKEQ2bhy9QFPJrgz8ILtfAECNkhQOBSJaFNzDob-M-pXHqORc


Hier die "offiziellsten" Ökobilanzen und Lebenszyklusanalysen, die von den jew. Regierungen beauftragt wurden:
Die aus Österreich: http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/REP0572.pdf?fbclid=IwAR0KfU_6UwTdjSXFyfkMSS3IqfDXIH6_Wr2bEuVgipgNvvW2oM--HXWXxp4
Mit Update 2018 http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/DP152.pdf?fbclid=IwAR3gA1av8AYomL5FWbIyEnAuvy_DVdrgKEepoa2SOVGQRQ55qThQG6vIELg
Hier die aus Deutschland: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Verkehr/emob_klimabilanz_2017_bf.pdf?fbclid=IwAR1erm-3CWMUFJ3y3bgiFjMeAm5OdUfKYq9IlxoqvzvgTFvMGTs0iMsvVSQ
Aus der Schweiz: https://www.psi.ch/ta/PublicationTab/Thesis_Embargo_free_version.pdf?fbclid=IwAR1EyvqoyOP6CegAzytyJ0ZFdEku9_SvC7rE2oax2cB1ubG32WExOkLumik
Und hier die aus Brüssel:
https://www.transportenvironment.org/sites/te/files/publications/TE%20-%20draft%20report%20v04.pdf?fbclid=IwAR2TEDtTcf4_6greKLJhColyQTzoYDCD7otRzwoSVKciIJsD0qlX-OqORLs


Spoiler Alert: Das Resultat hängt hauptsächlich von zwei grossen Annahmen ab:
- Die CO2 Belastung der Stromproduktion
- Die CO2 Belastung der Akkuproduktion
Für die Stromproduktion kann man Werte zwischen 0 (Erneuerbare) und etwa 500 (Deutscher Strommix) g/kWh annehmen.
Für die Akkuproduktion schwanken die Untersuchungen zwischen 50kg CO2/kWh und 340kg. Damit sind praktisch alle Ergebnisse denkbar. Hersteller lassen sich nicht gerne in die Karten schauen, daher wissen wir es nicht genau. Einzig LG hatte mal an einer Untersuchung seiner Batterien mitgearbeitet und darin ist man auf 140kg /kWh gekommen. Ein Wert, der gerne genommen wird (auch in der obigen Studie vom ifeu. Die Schweizer sind konservativer und rechnen mit 170kg. Daher sind die Ergebnisse der Schweizer trotz wesentlich günstigerem Strommix nicht so viel besser.
Was in KEINER Studie einfliesst ist die Verwendung der Batterie im Second Life. Denn die Akkus werden, nachdem sie ca. 300-400.000 km im Auto waren und nun auf 70% ihrer Kapazität sind, noch Jahrelang als stationärer Speicher eingesetzt und dann erst, schon zu über 90% recycelt.


Aber zurück zu den Synfuels. Weiter unten im Focus Text wird gejammert:


"Die Bundesregierung, allen voran Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), versucht nämlich eher, synthetische Kraftstoffe als breite Alternative zur E-Mobilität zu verhindern ( FOCUS Online berichtete bereits darüber). Zu stark ist bereits die Fixierung auf die E-Mobilität bis hin zu Plänen, die Millionen Elektroautos als mobile Batterien zur Stabilisierung der Stromnetze vorsehen. Denn das zentrale Problem der Energiewende - die fehlende Möglichkeit, bei Überproduktion nicht bedarfsgerechten produzierten Ökostrom zu speichern und bei Unterdeckung des Bedarfs mit konventionellen Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerken auszugleichen - ist nach wie vor nicht gelöst. Die Bundesregierung setzt auf Wasserstoff als Energiespeicher. Doch auch E-Auto-Batterien könnten, zumindest in der Theorie, dabei eine Rolle spielen. Die technischen Hürden sind hoch, doch die Idee zumindest hat Charme: Elektro-Fahrer könnten nicht genutzten Strom in ihrer Batterie verkaufen."


Ja liebe VDI-und Focus-Experten, zum Glück weiss die Regierung, dass Synfuels für PKW unsinnig sind. Wieso das so ist wurde oben kurz erwähnt, hier noch etwas Lektüre dazu.
https://www.wiwo.de/technologie/forschung/synthetische-kraftstoffe-warum-friedrich-merz-irrt/26253836.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE&fbclid=IwAR2FlueE8OKKz5jkkrRoiM6p-uw-Vz9GARZZOVvAtcApfFWI6to-9YWERBw


Zum Thema Speicher. Man sollte schon den Unterschied zwischen Kurz- und Langzeitspeichern kennen. Akkus beispielsweise wären Kurzzeitspeicher, die das Netz einige Stunden stabilisieren könnten. Wasserstoff wäre ein Langzeitspeicher, der vor allem bei einer sogenannten Dunkelflaute sinnvoll wäre. Dass dieses Problem nicht gelöst ist solltet ihr lieber nicht den echten Experten erzählen, denn die würden euch dafür auslachen. Die Energiewende ist kein Technisches Problem, die Technik ist längst gelöst, es gibt genügend Studien dazu, die zeigen wie wir in Deutschland und Europa, sogar weltweit bis 2050 100% Klimaneutral werden können und das in allen Sektoren. Weitere Informationen dazu in dieser Agora Studie. https://www.agora-energiewende.de/fileadmin2/Projekte/2013/speicher-in-der-energiewende/Agora_Speicherstudie_Web.pdf

Den Rest des Artikels kann man sich sparen. Hetze gegen Tesla, ein paar Schwurbeltheorien und Gejammer über strengere Abgasnormen von der bösen EU. Dann die angeblich hohen Subventionen für die E-Mobilität, komischerweise gibt es die genauso für Wasserstoff und Synfuels, aber wen kümmern schon Recherchen dazu. Zu guter Letzt noch eine Wahrheitsverdrehung: "ein Produkt muss sich letzten Endes auch ohne Subventionen durchsetzen. In China hat man aus genau diesem Grund die Elektro-Förderung bereits zurückgefahren." Nun lieber Focus, das stimmt nicht ganz. Die Subventionen werden tatsächlich zurückgefahren, allerdings aus Marktbereinigenden Gründen und dazu wird die E-Auto Quote in China bis 2025 sogar noch erhöht. Hier euere eigene Quelle: https://efahrer.chip.de/news/kein-ende-fuer-elektro-warum-china-e-autos-weiter-foerdert-1_101777?fbclid=IwAR3BX40Ad9dwWedYbJLOS3pMCPtISxoVtW98vKRBpyM91QFfjRNJz7jJcdc
und hier https://www.elektroauto-news.net/2020/china-neue-quoten-fuer-elektrofahrzeuge


Dass der Verbrenner noch Jahre auf unseren Straßen sein wird und auch China nicht von heute auf morgen klimaneutral und elektrisch unterwegs sein wird, sollte jedem klar sein. Auch dass die E-Mobilität Arbeitsplätze kosten wird. Jeder Umbruch birgt aber zugleich Chancen und ohne die E-Mobilität wird Deutschland bald gar keine Autos mehr bauen, denn Technologien wie das Elektroauto sind disruptiv, befragt Schreibmaschinen-Fans und Kodak-Filmkamera User mal zu diesem Thema. Die Zeit bleibt nicht stehen. Ausser vielleicht beim Focus und in einigen VDI Köpfen.




Links:


https://twitter.com/AukeHoekstra/status/1323325638829367300?s=19&fbclid=IwAR2ZjuFL6PqoABGIjzldhZxtU5CW2MaA4SZK3YpAebtK3BbwyR13ORTwdnQ
https://www.wiwo.de/technologie/forschung/synthetische-kraftstoffe-warum-friedrich-merz-irrt/26253836.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE&fbclid=IwAR2FlueE8OKKz5jkkrRoiM6p-uw-Vz9GARZZOVvAtcApfFWI6to-9YWERBw
https://www.dmt-puls.de/news/auch-e-fuels-belasten-die-umwelt/?fbclid=IwAR3IX9S24Ya323QJVNNFEJ9clfZrW7C1_9P9hcnxEMHjeR1Vd7OpEa0NRK4
https://www.youtube.com/watch?v=Z0emx-5uZyU&t=26s
https://www.innovations-report.de/html/berichte/umwelt-naturschutz/bericht-40639.html
https://www.derstandard.at/story/473889/platin-aus-autokatalysatoren-kann-gesundheitsschaedlich-sein
https://www.derstandard.at/story/2267381/auto-katalysator-keineswegs-so-sauber-wie-angenommen
https://www.derstandard.at/story/1348284738654/katalysatoren-metall-kann-sich-in-pflanzen-anreichern

https://m.facebook.com/graslutscher/photos/a.416156341851977/2043644382436490/?type=3&source=57&refid=52&__tn__=EH-R

https://www.focus.de/auto/elektroauto/studie-zu-e-autos-und-synthtetischen-kraftstoffen-dem-klima-ist-es-egal-ob-ihr-auto-elektrisch-faehrt-oder-mit-benzin_id_12488538.html

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/klimaschutz-im-verkehrssektor-batterie-verhagelt-e-autos-die-co2-bilanz/26575906.html

http://www.itas.kit.edu/

http://www.ifkm.kit.edu/

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2542435119302715

https://www.ivl.se/english/ivl/topmenu/press/news-and-press-releases/press-releases/2019-12-04-new-report-on-climate-impact-of-electric-car-batteries.html https://www.vdi.de/news/detail/einseitige-fokussierung-auf-pkw-mit-batterieantrieb-gefaehrdet-co2-ziele

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